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[Kurztrip] Sölden

July 17, 2015

Eigentlich ist die Kategorie bei diesem Post stark irreführend. Es handelt sich um unseren Winterurlaub in der Woche vor Ostern 2014. Eingebucht waren wir bei Eigenanreise im Hotel Similaun mit Halbpension. Zu den Gesamtkosten kann ich nun, ein Jahr später, mal wieder nichts sagen. Hier versuche ich vor allem das Hotel, die einzelnen Skigebiete und wenn möglich, die von uns besuchten Hütten zu bewerten.

Los ging es samstags um halb sechs. In Deutschland hatten wir exakt bis zur östereichischen Grenze kein bisschen Stau. Ab dort wurde es allerdings sehr zäh. Insgesamt sind wir 7 Stunden gefahren, inklusive Rast und Vignettenkauf.

Vent
Vent ist ein Stadtteil von Sölden, liegt aber deutlich außerhalb (20 Minuten mit dem Skibus, mit dem Auto nicht viel schneller, da es eine recht enge und kurvenreiche Strecke nach Sölden runter ist), dafür aber auch höher. Wir haben uns am ersten Tag vergessene Reiseutensilien dort in einem Supermarkt gekauft. Das ist allerdings nicht zu empfehlen, denn der nimmt absolute Wucherpreise. Lieber nach Sölden runter fahren und dort für weniger als die Hälfte einkaufen. Ansonsten gibt es in Vent nicht viel. Es gibt einen Berg mit zwei Liften und einer Talabfahrt, welchen ich aber nicht bewerten kann, da nicht genutzt. Touristenklassisch waren wir mal im Hotel Post zum Apfelstrudel essen. Ambiente, Preise und Geschmack absolut okay, aber nichts besonderes. Von Vent aus konnte man auch Rodeltouren in Sölden buchen, wovon uns aber aufgrund des dürftigen Schnees abgeraten wurde.

Hotel Similaun
Gebucht hatten wir sieben Nächte inklusive Halbpension im Hotel Similaun. Als wir ankamen, saß eine kleine Gruppe an der Hotelbar und unterhielt sich mit der Chefin. Auch viele weitere, noch ankommende Gäste wurden von ihr persönlich begrüßt und umarmt. An diesem Moment dachten wir, dass das Similaun wohl sehr viele Stammgäste hat, und man es als “Neuling” schwer hat. Weit gefehlt. Es war zwar, während der ganzen Woche, ein hoher Anteil an Stammgästen anwesend, aber der Service für uns war deshalb nicht zweitklassig.
Unser Zimmer war für einen Skiurlaub ausreichend groß und sehr sauber. Wir hatten vor unserem Zimmer eine riesige Dachterrasse, welche wir auch nutzen durften. Wir haben sie eigentlich nur zum Kühlen unserer Getränke genutzt, oder um die Skishow (siehe Sonstiges) anzuschauen.
Das Essen im Similaun ist der absolute Wahnsinn! Mehrfach habe ich extra drum gebeten, dem Koch ein Lob zukommen zu lassen, denn es hat größtenteils echt genial geschmeckt. Abends gab es immer ein 4-Gänge-Menü, welches man sich beim Frühstück, bzw. bei der Anreise, wählen konnte. Es gab immer eine Vorspeise, einen Salat vom Buffet, ein Hauptgericht und ein Dessert. Die Fleisch und Fischqualität war ausgezeichnet, der Garpunkt immer getroffen. Klar gab es auch mal Schnitzel mit Kroketten, aber überwiegend waren es ziemlich raffinierte Gerichte. Auch Sonderwünschen, bzw. kompletten Umbestellungen (Fisch- und Wildtag) ist man ohne Probleme nachgekommen. Besonders hervorzuheben sind natürlich der Fondue- und der Spareribs-Abend. Beide Essen fanden in der ans Similaun angrenzenden Alm mit allen Gästen statt. Das erste mal überhaupt aßen wir Boullion-Fondue und es war top.
Das Wellness-Angebot war absolut ausreichend. Auch wenn kein Pool vorhanden war, gab es immerhin einen Whirlpool, ein Dampfbad, zwei Saunen, eine Kältekammer und einen Ruhebereich. Zwar war vieles davon oft von Kindern “belegt”, aber auch die sind ja irgendwann essen gegangen und so konnte man nach einem langen Skitag gut entspannen.
Zu den weiteren Freizeitmöglichkeiten im Hotel kann ich nichts sagen. Ich glaube, es gab noch ein Spielzimmer, mit Konsolen, Tischtennisplatte und so Zeugs. Das haben wir aber nicht genutzt.

Pisten
Von Vent aus ist man zwar nicht direkt an den Söldener Bahnen, ist aber dafür vergleichsweise schnell eben auch in Gurgl. Es stehen also somit zwei recht große Skigebiete zur Verfügung. Entgegen dem Rat der Hotelchefin haben wir uns Sonntag und Montag für Gurgl entschieden. Hier hatten wir vormittags Neuschnee und nachmittags Sulz, also eher durchwachsen. Ins Tal konnte man hier trotzdem noch abfahren, haben wir aber am ersten Tag nicht gemacht. Montags war es dann schon etwas kälter und die Pistenbedingungen waren astrein. Generell hatte ich am Skigebiet nichts auszusetzen. Es gibt Pisten aller Kategorien, soweit Schnee liegt sind alle Pisten gut präpariert. Die Talabfahrt macht Spaß, wenn man auf breite Autobahnen steht 🙂 Ich würde trotzdem sagen, dass man in zwei Tagen das komplette Skigebiet gut abgefahren hat, sodass wir ab Dienstag dann auch in Sölden waren. Hier wiederholte sich das Spiel von Sonntag/Montag: Dienstag Neuschnee, Mittwoch dann kalt und super Schnee. Donnerstag war wohl der beste Tag, mit sonnigem Wetter, guter Sicht und top Schnee. Freitag war der Schnee auch noch ok, die Sicht wurde aber zunehmend schlechter. Die Pistenvielfalt ist hier noch etwas größer als in Gurgl, allerdings fand ich die Hütten weniger gemütlich, s.u. Meine Lieblingspiste hier war definitiv die 30 durch Rettenbachtal. Wenig anspruchsvoll, super zu fahren und mit tollem Panorama.

Hütten
In Gurgl waren wir beide Tage auf der Nederhütte und das hatte auch seinen Grund. Das Personal ist super nett, das Essen schmeckt und wir fandens jetzt nicht zu überteuert. Natürlich ist es ein Skiurlaub und alles ist spürbar teurer als gewohnt, aber das wussten wir ja vorher. Die Nederhütte ist recht zentral gelegen, man hat gut Sonne, wenn sie denn da ist und man hat einen guten Blick ins Tal.
In Sölden waren wir in der Tiroler Stube, am Tiefenbachgletscher, am Giggijoch  und am Rettenbachgletscher. Zugegeben, wir kannten uns nicht aus und haben auch nicht nach den urigen Hütten abseits der zentralen Plätze gesucht. Das war ein Fehler! Wir waren eigentlich durchweg von dem Kantinenambiente der großen “Fressstationen” enttäuscht. Hier hätten wir uns anderweitig vielleicht auch im Vorfeld informieren sollen. Ein Tipp an alle Sölden-Anfänger wäre also: Lasst euch von erfahrenen Sölden-Fahrern ein paar Hütten empfehlen. Ich kann leider keine Empfehlung aussprechen, weil wir wirklich nichts herausragendes gefunden haben. Schade.
Ebenfalls enttäuscht waren wir von den Hütten an den Talstationen. Das mag allerdings der Nachsaison geschuldet sein, in der wir gefahren sind. Es war einfach kaum noch was los. Man hat zwar sein sehr teures Flügerl überall bekommen, aber viel ab ging nicht mehr.

Sonstiges
Der Supermarkt in Sölden ist toll. Man kann problemlos parken, man bekommt alles was man braucht und man zahlt auch nicht übermäßig viel. Einen Abend waren wir in einer Kneipe, in der eine Liveband gespielt hat. Das war “eigentlich” top. Problem war nur, dass es eine Raucherkneipe war, und das ist man ja nun mal nicht mehr gewohnt.
Dienstags hatten wir in Vent eine Skishow der hiesigen Skischule am Hausberg. Das war super. Nachts, als es dunkel war, haben die Skilehrer da richtig Gas gegeben, mit Fackelabfahrt, Angebersprüngen und allem drum und dran. Das konnten wir von unserem Balkon aus sehen und war noch mal ein tolles Schmankerl on top.

Wer gerne und dafür selten Ski fährt, dem kann ich Sölden nur nahe legen. Tolles Skigebiet und von uns aus schnell erreichbar. Sicher kann man woanders wohl auch günstiger Ski fahren, aber wir waren zum einen recht spät und zum anderen dann auch noch recht kurzfristig. Da es einer unserer seltenen Urlaube war, wollten wir dann auch nicht Kosten drücken, indem wir uns ein Appartment nahe Sölden suchen und uns selbst versorgen. Das ist übrigens der Geheimtipp meines Kollegen. Aber an dieser Stelle sei auch noch mal explizit das Hotel Similaun in Vent empfohlen. Außer dem Hardcore-Skifahrer, der morgens um halb sechs schon an der Gondel stehen will würde ich das Hotel jedem empfehlen, der auch im Winterurlaub ein bisschen Urlaub machen will 🙂

Von mir für diesen längeren Kurztrip auf jeden Fall 10/10 Punkte!

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From → Kurztrip

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